News
Die öffentliche Wasserwirtschaft ist das Stiefkind der aktuellen Investitionsdebatte – sie hat auch sehr große Bedürfnisse, wird aber häufig übersehen. Gemeinsam mit der GWS Osnabrück hat das FiFo Köln für die Enquete-Kommission „Wasser in Zeiten der Klimakrise“ des nordrhein-westfälischen Landtags die Bedarfe und die Finanzierungsinstrumente einer resilienten Wasserwirtschaft in NRW untersucht. Die jetzt als FiFo-Bericht 38 veröffentlichte Studie bringt makroökonomische Simulationen und finanzwissenschaftliches Instrumentendesign zusammen. Unter anderem empfehlen wir, das Wasserentnahmeentgelt in NRW deutlich zu erhöhen und die Abwasserabgabe neu zu gestalten. Zudem zeigt der Markt für Versicherungen gegen Elementarschäden großen Verbesserungsbedarf.
Hochschulen sind wichtige Treiber von Wachstum und Innovation in einer Region. Insbesondere Fachhochschulabsolventen bringen wissenschaftliches Know-how und anwendungsbezogenes Praxiswissen in Unternehmen ein. Dadurch können sich auch die Produktivität und die Löhne von Arbeitern ohne akademische oder betriebliche Ausbildung verbessern. FiFo-Forscher Eric Schuß hat dies für eine Welle von bayerischen Hochschulgründungen nachgewiesen. Die Studie wurde nun von der angesehenen Fachzeitschrift Empirical Economics veröffentlicht.
Deutschland begibt sich auf die Aufholjagd bei seinen vernachlässigten Infrastrukturen. Das 500 Milliarden Euro schwere Schuldenpaket schafft dafür die finanzielle Voraussetzung. Doch viel Geld zu haben, ist nur der erste Schritt. Es auch erfolgreich – also wirksam, schnell und zielgerecht – auszugeben, ist die schwierigere Aufgabe. In einer Kurzstudie für die Heinrich-Böll-Stiftung untersucht Michael Thöne die größten Umsetzungshürden, zeigt Lösungswege und skizziert, was wir dazu ändern müssen – auch an uns. Das Handelsblatt berichtet. Link zur Studie und zur Online-Veranstaltung zur Studienvorstellung am 09.12.2025.
Das Jahr 2025 bringt so viel Unruhe in die deutschen Kommunalfinanzen, dass die die erstmals umgesetzten, länderweise unterschiedlichen Grundsteuer-Modelle beinahe in den Hintergrund treten. Aber nur beinahe. Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt bieten bei der zentralen Grundsteuer B jeder einzelnen Kommune die Wahl, einen einheitlichen Hebesatz zu nutzen oder zwischen Wohn- und Nichtwohngrundstücken zu differenzieren und letztere höher zu besteuern. Diese beiden Alternativen dennoch gleichmäßig und verzerrungsfrei im kommunalen Finanzausgleich zu berücksichtigen, ist nicht trivial. Auf der Herbsttagung des Fachverbands der Kämmerinnen und Kämmerer NRW in Hagen stellt Michael Thöne die FiFo-Lösung vor, wie sie auch mit dem GFG NRW 2026 umgesetzt werden soll. Hier der zugehörige FiFo-Bericht Nr. 35.
Der Ausbau erneuerbarer Energien, klimaneutrale Wärmeversorgung und die Elektrifizierung des Verkehrs erfordern Infrastrukturinvestitionen in Milliardenhöhe auf kommunaler Ebene. Fehlendes Kapital und knappes Personal bremsen die Energiewende jedoch aus. Die Erfüllung von kurzfristigen Pflichtaufgaben verdrängt zunehmend langfristige Investitionen. Die FiFo-Kommunalbefragung NRW.BANK.Fokus Kommunen 2025 beleuchtet neben der Finanzlage und den Investitionsrückstanden den Bereich Klimaschutz – mit besonderem Fokus auf die Umsetzung der Energiewende durch die nordrhein-westfälischen Kommunen und ihren Energieversorgern.