Das Finanzwissenschaftliche Forschungsinstitut an der Universität zu Köln arbeitet an der Schnittstelle von ökonomischer Spitzenforschung und praktischer Finanzpolitik.
Unser Ziel ist es, bessere Politikgestaltung zu ermöglichen. Forschen und Beraten gehen dabei Hand in Hand. Mit diesem Credo politikorientierter Forschung und wissenschaftlicher Politikberatung arbeiten wir im Bereich der öffentlichen Finanzen, der Kommunalpolitik und Umweltpolitik sowie zu Fragen des demografischen Wandels.
Welche Rolle spielen gesunde Kommunalfinanzen für die Möglichkeiten einer Gemeinde im Wohnungswesen, vor allem bei Versorgung mit bezahlbaren Wohnraum? Diese Frage ist global in zahlreichen Staaten hochaktuell. Das Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (UN-Habitat) und die staatliche Canada Mortgage and Housing Corporation (CMHC) haben dazu jetzt eine internationales Forschungsvorhaben gestartet. Deutschland ist eines der ersten Untersuchungsländer. FiFo-Direktor Michael Thöne: „Vielen Dank für die Ehre, weltweit der erste Interviewpartner dieses wichtigen neuen Projekts zu sein. Ich wünsche dem Vorhaben alles Gute und freue mich auf weitere dieser transatlantischen Austauche.“
Die Anforderungen an eine zukunftsfähige Struktur- und Regionalpolitik sind hoch. Im Auftrage des Umweltbundesamtes untersucht das FiFo Köln zusammen mit dem Difu und dem Öko-Institut, inwiefern Förderprogramme des Gesamtdeutschen Fördersystems (GFS) bereits eine ökologisch nachhaltige, vorausschauende und transformationsorientierte Strukturpolitik anstreben. Analysiert wurden 14 Programme, darunter auch die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Der jetzt erschienene, umfangreiche Zwischenbericht bietet das Herzstück der empirischen Analyse. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar entsprechende Ansätze vorhanden sind, jedoch oft nicht systematisch umgesetzt sind.
Die Befragung NRW.BANK.Fokus Kommunen geht in die vierte Runde. In diesem Jahr stehen die Handlungsfähigkeit der kommunalen Verwaltung sowie die Modernisierung des Staates im Mittelpunkt. Wir laden alle kommunalen Finanzverantwortlichen herzlich ein, ihre Perspektiven und Erfahrungen mit uns zu teilen. Die Ergebnisse der Umfrage werden im Herbst 2026 in einem anonymisierten Forschungsbericht veröffentlicht. Bei Fragen, Anregungen oder Unterstützungsbedarf erreichen Sie uns jederzeit unter
Öffentliche Haushalte müssen heute mehr leisten als Geld verteilen – sie müssen Zukunft gestalten. Angesichts von Klimakrise, demografischem Wandel und wachsendem Steuerungsdruck reicht reine Mittelverteilung nicht mehr aus, es braucht Wirkung. Der jetzt erschienene UBA-Bericht 36/2026 zum FiFo-Vorhaben zeigt, wie Green Budgeting eine moderne, wirkungsorientierte Haushaltssteuerung bietet und zugleich als Instrument des Umwelt- und Klimaschutzes funktioniert. Auf Basis internationaler Erfahrungen entwickelt der Bericht umsetzbare Ansätze für Deutschland – für eine tragfähige Finanzpolitik, die gezielt steuert und gesellschaftliche Wirkung entfaltet.
Zu viele junge Menschen finden keinen Ausbildungsplatz. Um dem entgegenzuwirken, sind Unternehmen in Bremen seit letztem Jahr verpflichtet, eine Ausbildungsplatzabgabe zu leisten. Mit diesen Mitteln werden ausbildende Betriebe finanziell belohnt. Auch die Berliner Landesregierung hat die Einführung einer solchen Ausbildungsumlage beschlossen. Doch die Reformen sind umstritten. In der Märzausgabe des Wirtschaftsdiensts wägt FiFo-Forscher Eric Schuß das Pro und Contra einer solchen Umlage ab und erläutert, in welchen Fällen sie erfolgreich sein kann und wann nicht.
Gerade in Zeiten knapper Kassen müssen sich Kommunen auf einen bedarfsgerechten und dadurch rechtssicheren Finanzausgleich verlassen können. Turnusgemäß hat das FiFo Köln in Kooperation mit Prof. Thomas Döring (sofia Darmstadt) den vertikalen und horizontalen Ausgleich im Land Brandenburg finanzwissenschaftlich evaluiert. Unter den vielen Befunden der Untersuchung sticht eine empirische Beobachtung besonders hervor: Die althergebrachte „Einwohnerveredelung“ mit einer Hauptansatzstaffel – eine preußische Erfindung – bietet auch in Brandenburg keine zeitgemäße Lösung mehr, unterschiedliche kommunale Finanzbedarfe gerecht abzubilden. Ein evidenzbasierter Finanzausgleich, der direkt an den kommunalen Aufgaben ansetzt, erledigt diese zentrale Aufgabe um ein Vielfaches besser. Die Untersuchung liegt jetzt als FiFo-Bericht 39 vor.
Die öffentliche Wasserwirtschaft ist das Stiefkind der aktuellen Investitionsdebatte – sie hat auch sehr große Bedürfnisse, wird aber häufig übersehen. Gemeinsam mit der GWS Osnabrück hat das FiFo Köln für die Enquete-Kommission „Wasser in Zeiten der Klimakrise“ des nordrhein-westfälischen Landtags die Bedarfe und die Finanzierungsinstrumente einer resilienten Wasserwirtschaft in NRW untersucht. Die jetzt als FiFo-Bericht 38 veröffentlichte Studie bringt makroökonomische Simulationen und finanzwissenschaftliches Instrumentendesign zusammen. Unter anderem empfehlen wir, das Wasserentnahmeentgelt in NRW deutlich zu erhöhen und die Abwasserabgabe neu zu gestalten. Zudem zeigt der Markt für Versicherungen gegen Elementarschäden großen Verbesserungsbedarf.
Hochschulen sind wichtige Treiber von Wachstum und Innovation in einer Region. Insbesondere Fachhochschulabsolventen bringen wissenschaftliches Know-how und anwendungsbezogenes Praxiswissen in Unternehmen ein. Dadurch können sich auch die Produktivität und die Löhne von Arbeitern ohne akademische oder betriebliche Ausbildung verbessern. FiFo-Forscher Eric Schuß hat dies für eine Welle von bayerischen Hochschulgründungen nachgewiesen. Die Studie wurde nun von der angesehenen Fachzeitschrift Empirical Economics veröffentlicht.
Deutschland begibt sich auf die Aufholjagd bei seinen vernachlässigten Infrastrukturen. Das 500 Milliarden Euro schwere Schuldenpaket schafft dafür die finanzielle Voraussetzung. Doch viel Geld zu haben, ist nur der erste Schritt. Es auch erfolgreich – also wirksam, schnell und zielgerecht – auszugeben, ist die schwierigere Aufgabe. In einer Kurzstudie für die Heinrich-Böll-Stiftung untersucht Michael Thöne die größten Umsetzungshürden, zeigt Lösungswege und skizziert, was wir dazu ändern müssen – auch an uns. Das Handelsblatt berichtet. Link zur Studie und zur Online-Veranstaltung zur Studienvorstellung am 09.12.2025.
FiFo / Mai 2026 / Forschungsbericht für das Umweltbundesamt / Auftraggeber: Deutsches Institut für Urbanistik
FiFo / Juli 2025 / Forschungsbericht, FiFo (i.A. Umweltbundesamt)
FiFo Bericht Nr. 39
Thomas Döring, Eva Gerhards, Roschan Monsef, Eric Schuß, Michael Thöne
FiFo / Januar 2026 / Bericht, FiFo-Köln